Google AdWords: Warum diese Anzeigen?
Google AdWords hat seit dem 1. November 2011 ein neues Tool, das sich hinter einer winzigen, wahrscheinlich von den meisten Nutzern bislang nicht bemerkten Frage über den Werbeeinblendungen verbirgt: “Warum diese Anzeigen?” SEOs rätseln, ob das gut oder schlecht ist, erste Stellungnahmen könnten darauf hindeuten, dass man das Tool vielleicht lieber nur in Ausnahmefällen benutzt.
Wahlmöglichkeiten bei der Werbung?
Der Anwender soll selbst wählen können, was er für Werbung wünscht. Rein technisch setzt sich ein Trend fort, der etwa im Jahr 2010 begann: Die Suchmaschine ermittelt schon länger, wonach ein Nutzer zuletzt gesucht hat, und blendet auf Webseiten, die am AdSense-Programm teilnehmen, Werbung für den Nutzer ein, die zu seiner letzten Suche passt – und nicht mehr wie früher ausschließlich zum Inhalt der Webseite. Das führt zum kuriosen Ergebnis, dass auf Weinseiten, die AdSense-Werbung zulassen, plötzlich Werbung für Mode oder Autos auftaucht, weil der Nutzer danach zuvor gesucht hat. Mit dem neuen Tool nun soll der Nutzer ganz aktiv in die Hand nehmen, was er für Werbung zu sehen wünscht. Denn wer auf die kleine harmlose Frage “Warum diese Anzeigen?” klickt, wird a) darüber belehrt, dass die Werbung auf den persönlichen Suchbegriffen beruht und b) zu einem Anzeigenvorgaben-Manager geleitet. Hier kann nun der Nutzer in einem umfangreichen Tool festlegen, welche Suchbegriffe künftig mit seiner Werbeanfrage verknüpft werden sollen. Viele der von Google vermuteten Suchen sind dort schon aufgeführt.
Hat das einen Sinn?
Man kann es mal bei einer harmlosen Suche probieren, etwa nach “Schuhe für meine Freundin” (die man nicht vorhat zu kaufen). Experten vermuten, dass das Suchergebnis in Zukunft negativ selektiert wird. Man kann nun Werberubriken löschen oder hinzufügen, auch das eigene Alter oder Geschlecht, aber was passiert dann? Google liefert immer “bessere” Ergebnisse zum vorher Gesuchten, weil Google immer weiter selektiert – und zwar nach den Cookies, die Webseiten auf dem eigenen Rechner hinterlassen. Es wäre also möglich, dass in Zukunft nur noch Schuhe weniger, bestimmter Marken auftauchen, bei denen sich der Nutzer länger aufgehalten hat, jedes zufällige, aber auch hilfreiche Ergebnis wird wegselektiert. Das geschieht so lange, bis man sich mit dem Tool wieder beschäftigt. Das jedoch hat man mit Sicherheit irgendwann vergessen.